Immobilienpreise & Marktberichte

Woher Immobilienpreise kommen

Zu Immobilienpreisen kursieren viele Zahlen, und sie widersprechen sich – weil sie Verschiedenes messen. Welche Quellen es gibt, warum amtliche Daten und Portalzahlen auseinandergehen und was das für die eigene Immobilie bedeutet.
Redaktion Weiland & Kirch Immobilien Veröffentlicht Aktualisiert 2 Min. Lesedauer
Saarbrücken am Saarufer als Sinnbild für die Entstehung von Immobilienpreisen
Inhaltsverzeichnis
Die drei Arten von Preisdaten · Warum die Zahlen auseinandergehen · Was das für die eigene Immobilie heißt …

Das Wichtigste in Kürze

Kaufpreissammlungen zeigen gezahlte Preise, Portalzahlen nur Preisvorstellungen. Wer das eine liest und das andere meint, überschätzt den Markt systematisch.

Zu Immobilienpreisen kursieren viele Zahlen, und sie widersprechen sich regelmäßig. Das liegt selten daran, dass eine davon falsch wäre – meist messen sie schlicht Verschiedenes. Ein Überblick, welche Quellen es gibt und was sie jeweils aussagen.

Die drei Arten von Preisdaten

Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse. Das sind die belastbarsten Daten, weil sie auf notariell beurkundeten Kaufverträgen beruhen – also auf tatsächlich gezahlten Preisen. Für unsere Region führt sie der Gutachteraussschuss im Regionalverband Saarbrücken. Ihr Nachteil: Sie erscheinen mit Verzögerung, meist einmal jährlich als Marktbericht.

Bodenrichtwerte. Sie werden ebenfalls von den Gutachterausschüssen ermittelt und sind über das Portal BORIS Saarland kostenfrei einsehbar. Sie gelten für den Boden, nicht für das Gebäude, und sind Durchschnittswerte einer Zone – das einzelne Grundstück kann deutlich abweichen.

Angebotsdaten. Verbandsauswertungen und Portalstatistiken werten aus, was inseriert wird. Sie sind aktueller, bilden aber Preisvorstellungen ab, keine Abschlüsse.

Warum die Zahlen auseinandergehen

Zwischen Angebot und Abschluss liegt die Verhandlung. In einem Markt mit zügiger Nachfrage ist die Differenz klein; wenn länger verhandelt wird, wächst sie. Wer Angebotsdaten liest und Abschlüsse meint, überschätzt den Markt daher systematisch – und zwar am stärksten dann, wenn er sich ohnehin abkühlt.

Hinzu kommt der Zuschnitt. Ein Mittelwert für „das Saarland“ fasst Lagen zusammen, die praktisch nichts miteinander zu tun haben. Je größer das Gebiet, desto weniger sagt der Durchschnitt über die einzelne Adresse.

Was das für die eigene Immobilie heißt

Keine dieser Quellen ersetzt die Betrachtung des konkreten Objekts. Sie geben den Rahmen vor, in dem sich ein realistischer Preis bewegt. Innerhalb dieses Rahmens entscheiden Zustand, Energieeffizienz, Grundriss und Lage im Detail – und die sind in keiner Statistik erfasst.

Lokale Preisdaten nach Stadtteil und Objektart haben wir unter Immobilienpreise Saarbrücken aufbereitet; die Bewertungsmethoden erläutern wir unter Immobilienbewertung.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen zum Thema

Welche Preisdaten sind die belastbarsten?
Die Kaufpreissammlungen der Gutachterausschüsse, weil sie auf beurkundeten Kaufverträgen beruhen.
Wo finde ich Bodenrichtwerte fürs Saarland?
Über das Portal BORIS Saarland, kostenfrei einsehbar.
Warum sind Portalzahlen höher als die amtlichen?
Weil sie Angebotspreise abbilden, also Preisvorstellungen vor der Verhandlung.
Gilt ein Bodenrichtwert für mein Grundstück?
Nur als Zonenwert. Zuschnitt, Bebaubarkeit und Erschließung können im Einzelfall deutlich abweichen.
Ersetzen Marktdaten eine Bewertung?
Nein. Sie geben den Rahmen vor; Zustand und Lage im Detail entscheiden innerhalb dieses Rahmens.
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