EZB-Leitzins steigt auf 2,50 Prozent

Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern die Richtung: Seit Juni 2026 steigen die Zinsen wieder. Wer auf billigere Finanzierungen wartet, wartet in die falsche Richtung.Die Europäische Zentralbank hat ihre Leitzinsen 2026 zweimal angehoben. Seit dem 16. September 2026 liegt die Einlagefazilität bei 2,50 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,65 Prozent. Der Senkungszyklus der Jahre 2024 und 2025 ist damit beendet.
Was beschlossen wurde
Der EZB-Rat beschloss am 10. September 2026 eine Anhebung aller drei Leitzinssätze um 25 Basispunkte, wirksam zum 16. September. Es war die zweite Anhebung des Jahres nach dem Schritt vom 17. Juni 2026. Begründet wird sie mit anhaltendem Inflationsdruck; nach Einschätzung der Notenbank wird die Teuerung noch längere Zeit deutlich über dem Zielwert liegen.
Der Verlauf in Kurzform
- Bis Juli 2022: Null- beziehungsweise Negativzins
- Juli 2022 bis September 2023: zehn Anhebungen in Folge, Höchststand am 20.09.2023 bei 4,00 Prozent Einlagefazilität
- Juni 2024 bis Juni 2025: acht Senkungen, Tiefpunkt am 11.06.2025 bei 2,00 Prozent
- 2026: Trendwende – Anhebungen im Juni und September auf 2,50 Prozent
Was das für Baufinanzierungen bedeutet
Der Leitzins steuert Baufinanzierungen nicht unmittelbar. Bauzinsen folgen den Renditen langlaufender Staatsanleihen, und die bewegen sich oft schon, bevor die Notenbank handelt. Der Zinsschritt vom September war an den Märkten weitgehend eingepreist.
Faktisch liegen Baufinanzierungen mit zehn Jahren Zinsbindung im September 2026 bei etwa 4,0 bis 4,2 Prozent, je nachdem ob Bestkonditionen oder Marktmittel betrachtet werden. Interhyp-Vorstandsvorsitzender Jörg Utecht fasste das Niveau so zusammen: „Zinsen um die vier Prozent sind die neue Realität.“
Was Eigentümer daraus ableiten können
Die wichtigste Konsequenz betrifft nicht die Höhe, sondern die Richtung. Wer seit 2024 darauf gewartet hat, dass Finanzierungen wieder billiger werden, wartet seit Juni 2026 in die falsche Richtung. Ein Käufer, der heute rechnet, kalkuliert mit einem höheren Zins als vor einem Jahr – und das begrenzt, was er bieten kann.
Für Verkäufer heißt das: Die Kaufkraft der Interessenten ist eine bewegliche Größe, und sie bewegt sich derzeit nach unten. Ein Angebotspreis, der vor zwölf Monaten realistisch war, muss es heute nicht mehr sein.
Häufige Fragen zum Thema
Wie hoch ist der EZB-Leitzins aktuell?
Steigen oder sinken die Zinsen?
Wie hoch sind die Bauzinsen?
Folgen Bauzinsen dem Leitzins?
Was bedeutet das für meinen Verkaufspreis?
Quellen und Prüfung
Fachlich geprüft von Patrik Kirch (Inhaber) am 19.09.2026
Hinweis: Dieser Beitrag gibt den Stand vom 18.09.2026 wieder und ist keine Anlage- oder Finanzierungsberatung. Weiland & Kirch Immobilien ist Immobilienmakler.
Zum Weiterlesen
Besprechen wir Ihre konkrete Frage
Sie möchten wissen, was das Gelesene für Ihre Immobilie bedeutet? Schildern Sie uns Ihre Frage und Ihr Vorhaben. Antwort innerhalb von 24 Stunden an Arbeitstagen (Mo–Fr).