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Energieausweis beim Immobilienverkauf – Was Eigentümer wissen müssen

Energieausweis beim Immobilienverkauf (GEG) – Pflicht, Arten, Kosten & Praxis

Für den Verkauf in Saarbrücken & im Saarland ist ein gültiger Energieausweis in der Regel Pflicht. Hier erfahren Sie, wann welcher Ausweis nötig ist (Verbrauch vs. Bedarf), welche Angaben in Inseraten stehen müssen, wie Sie den Ausweis bekommen – und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten.

Kurzberatung & Ersteinschätzung

Wir prüfen, welcher Ausweis für Ihr Objekt erforderlich ist, welche Unterlagen fehlen & wie Sie Inseratspflichten rechtssicher erfüllen – kostenlos & unverbindlich.

1) Wann ist ein Energieausweis Pflicht – und gibt es Ausnahmen?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor: Beim Verkauf ist ein gültiger Energieausweis grundsätzlich Pflicht. Er muss bereits zur Besichtigung unaufgefordert vorgelegt und beim Notartermin an den Käufer übergeben werden. In Inseraten sind bestimmte Angaben zwingend (siehe Abschnitt „Inserat-Pflichten“).

Ausnahmen (häufige Fälle)

  • Denkmalschutz: oft ausgenommen (Transparenz über Verbräuche trotzdem empfehlenswert).
  • Kleine Gebäude mit weniger als 50 m² Nutzfläche.
  • Abbruchreife Gebäude, die nicht weiter genutzt werden.

Achtung: Ausnahmen sind eng gefasst. Im Zweifel gilt die Ausweispflicht. Bei Verstößen drohen Bußgelder (GEG, bis zu 10.000 €).

2) Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis – was ist richtig?

Es gibt zwei Ausweisarten. Welche zulässig ist, hängt vom Gebäude ab.

Vergleich der Ausweisarten

Kriterium

Verbrauchsausweis

Bedarfsausweis

Basis

Gemessener Heizenergie-Verbrauch der letzten 3 Jahre (klimabereinigt)

Technische Gebäudeanalyse (Hülle, Anlagentechnik), berechneter Bedarf

Zulässigkeit

Häufig zulässig; nicht zulässig bei bestimmten älteren, kleinen Wohngebäuden ohne Nachrüstung (siehe unten)

Zulässig für alle Gebäude; Pflicht bei bestimmten Altbauten

Genauigkeit

Abhängig vom Nutzerverhalten

Unabhängig vom Nutzerverhalten, detaillierter

Preis

Günstiger

Aufwändiger & teurer

Pflicht „Bedarfsausweis“ – wann genau?

Bei Wohngebäuden mit weniger als 5 Wohneinheiten und Bauantrag vor dem 01.11.1977 ist in der Regel ein Bedarfsausweis Pflicht – sofern das Gebäude nicht auf den Stand der WSchV 1977 modernisiert wurde. In allen anderen Fällen genügt häufig ein Verbrauchsausweis.

Praxis: Wir prüfen die Historie (Baujahr, Modernisierungen) und empfehlen die zulässige und sinnvollste Variante.

3) Pflichtangaben in Inseraten (GEG)

In Online- und Printinseraten müssen – sofern ein Ausweis vorliegt – folgende Angaben enthalten sein:

  • Art des Ausweises (Verbrauch oder Bedarf)
  • Endenergieverbrauch bzw. Endenergiebedarf in kWh/(m²·a)
  • Energieeffizienzklasse (A+ bis H) – bei Wohngebäuden
  • Wesentlicher Energieträger der Heizung (z. B. Gas, Fernwärme, Wärmepumpe)
  • Baujahr des Gebäudes
Inserat-Formulierung (copy-ready): „Energieausweis: Verbrauchsausweis, Endenergieverbrauch 132 kWh/(m²·a), Effizienzklasse E, Energieträger Gas, Baujahr 1974.“

Tipp: Gleiche Werte im Exposé und in Portalen verwenden – Konsistenz vermeidet Rückfragen.

4) Ablauf: So kommen Sie zum Energieausweis

  1. Prüfen: Ist ein Ausweis erforderlich? Welche Art ist zulässig (Altbau-Regel)?
  2. Unterlagen sammeln: Baujahr, Wohn-/Nutzflächen, Heizungs- & Warmwasseranlage, modernisierte Bauteile, Verbrauchsabrechnungen (3 Jahre).
  3. Art wählen & Aussteller beauftragen: Energieberater, Architekt, qualifizierte Fachbetriebe.
  4. Erstellung & Prüfung: Daten abgleichen, Effizienzklasse kontrollieren, ggf. korrigieren.
  5. Inserat & Verkauf: Pflichtangaben in Anzeigen, Ausweis zur Besichtigung vorlegen, beim Notar übergeben.
Hinweis: Der Ausweis ersetzt keine Wertermittlung. Für den Verkauf zählen eine realistische Marktwerteinschätzung und eine klare Preisstrategie.

5) Was kostet der Energieausweis – und wie lange gilt er?

  • Verbrauchsausweis: ca. 80–150 € (je nach Anbieter/Umfang)
  • Bedarfsausweis: ca. 300–600 € (objekt- & aufwandabhängig)

Gültigkeit: 10 Jahre. Nach größeren Modernisierungen kann eine Aktualisierung sinnvoll sein (z. B. neue Heizung, Dämmung, Fenster).

Richtwerte aus der Praxis im Saarland; verbindlich sind die Konditionen des jeweiligen Ausstellers.

6) Praxis-Tipps & häufige Fehler

Do’s

  • Ausweis rechtzeitig beauftragen (vor Inserat)
  • Daten & Klassifizierung prüfen (A+–H)
  • Werte in allen Medien identisch kommunizieren
  • Modernisierungen dokumentieren (Rechnungen, Baujahr Heizung)
  • Bei Sonderfällen (Denkmalschutz, Altbau < 5 WE) Pflicht genau prüfen

Don’ts

  • Inserieren ohne Pflichtangaben
  • Verbrauchs- statt Bedarfsausweis wählen, obwohl unzulässig
  • Widersprüchliche Angaben in Exposé/Portalen
  • Ausweis erst „zum Notar“ besorgen – führt zu Verzögerungen

Weiterführend: Unterlagen Haus · Unterlagen Wohnung · Unterlagen Mehrfamilienhaus · Typische Fehler vermeiden

Nächster Schritt
Energieausweis & Marktwerteinschätzung aus einer Hand – transparent & zügig

Persönlich & unverbindlich · IHK-zertifiziert · Mitglied im IVD · Unabhängig

Häufige Fragen zum Energieausweis

Ja, in der Regel. Er muss bei Besichtigungen vorgelegt und beim Notar übergeben werden. Ausnahmen gelten u. a. bei Denkmälern und sehr kleinen Gebäuden (< 50 m²).

Für die meisten Gebäude reicht der Verbrauchsausweis. Pflicht „Bedarfsausweis“: Wohngebäude < 5 WE, Bauantrag vor 01.11.1977, nicht auf WSchV 1977 modernisiert.

Art des Ausweises, Endenergieverbrauch/-bedarf, Effizienzklasse (A+–H), Energieträger, Baujahr. Werte mit dem Ausweis abgleichen.

Gültigkeit: 10 Jahre. Verbrauchsausweis ca. 80–150 €, Bedarfsausweis ca. 300–600 € (Richtwerte, abhängig vom Objekt/Aufwand).

Qualifizierte Aussteller: z. B. Energieberater, Architekten, Ingenieure & Fachbetriebe mit entsprechender Zulassung. Wir nennen Ihnen gern Ansprechpartner.